[[Vorlage(Ausbaufähig, "Mit [:20.10:] wurde die Desktopumgebung von Xfce auf KDE Plasma gewechselt und damit einhergehend der Dislpaymanager von LightDM auf [:SDDM:]. Was hat sich noch verändert? Aktuelle Bildschirmfotos erwünscht.")]] [[Vorlage(Getestet, jammy)]] {{{#!vorlage Wissen [:Soundsystem: Grundlagen zum Linux-Audiosystem] [:Tonstudio: Tonstudio unter Linux] [:JACK: Soundserver JACK] [:Metapakete:Was sind Metapakete?] }}} [[Inhaltsverzeichnis()]] [[Bild(ubuntustudio.png, 48, left)]] [https://ubuntustudio.org Ubuntu Studio] {en} ermöglicht es, auf einfache Weise ein System für die Musik-, Video- und/oder Grafikproduktion einzurichten. Ubuntu Studio kann eigenständig installiert oder auf Basis eines bestehenden Ubuntu-Systems ergänzt werden. [[Vorlage(Bildunterschrift, UbuntuStudio-Bildschirmfoto.jpg, 900, "Einige Audioanwendungen von Ubuntu Studio", right)]] Von Ubuntu unterscheidet sich Ubuntu Studio durch einen angepassten [https://wiki.ubuntuusers.de/Plasma/ KDE-Plasma-Desktop] und einen für Audioanwendungen modifizierten [:Kernel:], mit dem sich niedrigere Latenzen erzielen lassen (sog. Low-latency Kernel). Das kann beispielsweise beim Audio-Live-Einsatz im Musikbereich oder beim Videoschnitt Bedeutung erlangen. Darüber hinaus bringt Ubuntu Studio eine umfangreiche Auswahl freier Software für aufwendige Projekte in den Bereichen Audio, Graphik, Bild- und Videobearbeitung mit. Die erste verfügbare Version wurde im Mai 2007 auf Basis von [:Feisty:Ubuntu 7.04] veröffentlicht. Seit [:Gutsy:Ubuntu 7.10] ist Ubuntu Studio über die offiziellen Paketquellen verfügbar. Nach längerer Pause sind Ubuntu Studio 20.04 und [:22.04:] wieder Versionen mit [:LTS:] und werden jeweils '''drei '''Jahre ab Veröffentlichung unterstützt. = Systemvoraussetzungen = Erforderlich ist laut den Entwicklern ein Rechner mit einem Intel Core 2 Duo oder äquivalentem Prozessor und mindestens 2 GB Arbeitsspeicher. Empfohlen werden aber 8 GB RAM und ein i5-Prozessor, da einige Multimedia-Anwendungen viel Speicher benötigen. Mit [:20.10:] wurde die Desktopumgebung von [:Xfce:] auf das aufwendigere KDE Plasma umgestellt; im gleichen Zuge trat als Dislpaymanager [:SDDM:] an die Stelle von LightDM. Auf der Festplatte sind mindestens 16 GB für die Installation erforderlich. = Installation = Ubuntu Studio ist als ca. 4,3 GiB großes ISO-Abbild unter [:Downloads:] verfügbar. Die Installationsroutine unterscheidet sich kaum von derjenigen anderer Ubuntu-Varianten. Weitere Details sind im Artikel [:Ubuntu_Studio/Installation:Ubuntu Studio/Installation] zu finden. Dort wird auch erklärt, wie eine beliebige xUbuntu-Installation (Kubuntu, Lubuntu, Xubuntu, Ubuntu Mate, Ubuntu Budgie oder Ubuntu) sich nachträglich um Ubuntu-Studio-Komponenten erweitern lässt. = Thematische Aufteilung = Ubuntu Studio ist thematisch aufgeteilt in drei Hauptbereiche: * [:Ubuntu_Studio/Audio_Produktion:Audio-Produktion] - Programme für die Audiobearbeitung und Musikproduktion wie [:Ardour:], [:Audacity:], [:Hydrogen:], [:Rosegarden:] oder [:MuseScore:] * [:Ubuntu_Studio/Grafikdesign:Grafikdesign] - Programme für Grafik- und Designbearbeitung wie [:darktable:], [:GIMP:] oder [:Inkscape:] * [:Ubuntu_Studio/Video_Produktion:Video-Produktion] - Programme für die Videobearbeitung wie [https://wiki.ubuntuusers.de/Blender_3D/ Blender-3D], [:Kdenlive:] oder [:OpenShot:] Natürlich gibt es auch die Standardanwendungen wie LibreOffice, Thunderbird oder Firefox. Im selben Umfang wie unter Ubuntu können darüber hinaus beliebige weitere Anwendungen aus den Paketquellen nachinstalliert werden. = Programme von Ubuntu Studio = Ubuntu Studio besitzt zwei eigene Programme zur Verwaltung von Programmoptionen.: * Ubuntu Studio Software Installer: Mit diesem Programm können die Metapakete [1] von Ubuntu Studio einfach installiert werden. Der Software Installer ist allerdings in Ubuntu Studio 22.04 nicht mehr von vornherein enthalten, sondern muss manuell aus den Paketquellen nachinstalliert werden. * Ubuntu Studio Controls: In diesem Fenster lassen sich Audioeinstellungen vornehmen und elementare Parameter des JACK-Audioservers regeln. Damit JACK in Realtime-Mode betrieben werden kann, muss der entsprechende User Mitglied der Gruppe `Audio` sein. Außerdem erhält man Zugriff auf `rtprio` und `memlock`. {{{#!vorlage Tabelle [[Bild(installer.jpg, x200)]] [[Bild(Ubuntu_Studio_Controls_18-10.png, x200)]] [[Bild(oberflaeche.jpg, x200)]] +++ <:>Ubuntu Studio Software Installer <:>Ubuntu Studio Controls <:>Ubuntu Studio mit Xfce-Oberfläche }}} = Ubuntu Studio und der Audioserver JACK = == Grundzüge == Sobald man anspruchsvolle Audioprojekte bearbeiten möchte, empfiehlt es sich häufig, auf den Audioserver [:JACK:] zurückzugreifen, der auch für professionelle Einsatzzwecke konzipiert ist. Sowohl im Audio- als auch im MIDI-Bereich lassen sich damit auch anspruchsvolle Projekte abwickeln. Standardmäßig wird JACK hier, wie erwähnt, über Ubuntu Studio Controls oder alternativ über [https://wiki.ubuntuusers.de/JACK/Grafische_Konfiguration/ QJackCtl] gesteuert. Dabei muss man allerdings erfahrungsgemäß mit hartnäckigen Fehlfunktionen rechnen. Deshalb empfiehlt sich in der Praxis von vornherein dringend die im folgenden geschilderte Modifikation. == JACK-Steuerung mit Cadence == Anstelle von Ubuntu Studio Controls oder QJackCtl kann das urspünglich für [:Archiv/KXStudio:KXStudio] entwickelte [https://wiki.ubuntuusers.de/Baustelle/Cadence/ Cadence] die JACK-Steuerung übernehmen. Es bietet eine komfortablere Benutzeroberfläche mit großzügig gestalteten und übersichtlichen Unterfenstern. {{{#!vorlage Hinweis Bei Versuchen erwies sich Cadence im Vergleich zu den anderen beiden Systemen als ungleich fehlerärmer und betriebssicherer. Erst mit Cadence wird Ubuntu Studio zu einer im Audio- und Videobereich problemlos laufenden Multimedia-Distribution, die auch für den professionellen Einsatz geeignet ist. }}} [[Vorlage(Bildunterschrift, Cadence-Bildschirmfoto.jpg, 500, "Cadence mit Unterfenstern", right)]] Cadence kann direkt aus den Ubuntu-Paketquellen installiert werden[1]: {{{#!vorlage Paketinstallation cadence, universe }}} Während der Installation entfernt [:apt:] automatisch Ubuntu Studio Controls. Über Grundzüge der Bedienung von Cadence informiert der einschlägige [https://wiki.ubuntuusers.de/Cadence/ Artikel des Ubuntuusers-Wiki]. = Sich bei Ubuntu Studio beteiligen = Bei Ubuntu Studio kann sich jeder an der Entwicklung beteiligen. Um bei der Arbeit und beim Testen der Programme mitzuwirken, kann man sich bei einer der beiden Mailinglisten anmelden. Unter [https://lists.ubuntu.com/mailman/listinfo/ubuntu-studio-devel ubuntu-studio-devel] {en} findet man eine Mailingliste für die Entwicklung von Ubuntu Studio. Bei Fragen speziell zu den Anwendungen gibt es eine Mailingliste unter [https://lists.ubuntu.com/mailman/listinfo/ubuntu-studio-users ubuntu-studio-users] {en}. = Alternativen zu Ubuntu Studio und ihre Charakteristika = Der Einsatz eines Rechners im [:Multimedia:]-Bereich stellt besondere Anforderungen an das Betriebssystem; hier wird man schnell u.a. mit den Eigenheiten des [https://wiki.ubuntuusers.de/Soundsystem/ Linux-Audiosystems] konfrontiert. Diese Situation meistern wollen vor allem die spezialisierten Multimedia-Distributionen, zu denen heute neben [http://www.bandshed.net/avlinux/ AVLinux] {en}, [https://librazik.tuxfamily.org/base-site-LZK/english.php LibraZiK studio] {en} und [https://gentoostudio.org/ Gentoo Studio] {en} auch Ubuntu Studio gehört. Daneben sind die folgenden Distributionen verbreitet; wie Ubuntu Studio selbst hat auch jede von ihnen ihre individuellen Stärken: * [:Archiv/KXStudio:KXStudio] basiert auf [:Kubuntu:] und gilt allgemein als zuverlässige Distribution, die insbesondere mit der komfortableren [:JACK:]-Steuerung mittels [https://kx.studio/Applications:Cadence Cadence] punktete. Momentan lässt sich KXStudio allerdings nur über eine Erweiterung der Paketquellen einrichten - manuell mit einigem Konfigurationsaufwand. Vollständige Installationsabbilder sind nur zum veralteten KXStudio 14.04 verfügbar. Eine im Herbst 2018 vorhandene Version 18.04-beta war schon Anfang 2019 im Netz nicht mehr aufzufinden. Damit empfiehlt sich KXStudio heute in erster Linie nurmehr für fortgeschrittene Ubuntu-Anwender. In der Praxis hat KXStudio heute anderen Multimedia-Distributionen nichts Nennenswertes mehr voraus. * [http://apodio.org/doku.php Apodio] {en} basiert in seiner neuesten (Beta-)Version 12 auf Ubuntu 18.04. Es ist eine vor allem für den Einsatz von einem Live-USB-Speicher abgestimmte Multimedia-Distribution, die umfangreiche Software mitbringt und auch als Live-System recht schnell läuft. Alternativ kann man Apodio auch auf einer Festplatte aufsetzen. Dabei sollte man allerdings genau die Installationsanleitung hinsichtlich der Benutzerverwaltung beachten; anderenfalls läuft das System nicht, wie es soll. Darüber hinaus ist das Umschalten auf deutsche Spracheinstellung etwas knifflig, zumal das System standardmäßig mit einer französischen Tastatureinstellung beginnt. Apodio eignet sich sehr gut, wenn man die grundsätzlichen Möglichkeiten und Eigenheiten einer umfangreichen Multimedia-Distribution im Vergleich zum konventionellen Ubuntu erkunden möchte. * [http://www.bandshed.net/avlinux/ AVLinux] {en} basiert auf [http://debian.org Debian] {en} und bietet eine gegenüber Ubuntu Studio etwas größere, im Einzelfall auch aktuellere Software-Auswahl. Die Einbindung von Windows-VST-Plugins ist möglich. Vor der Installation sollte man sich aber unbedingt mit der ausführlichen Anleitung vertraut machen, denn AVLinux unterscheidet sich in Details der Administration von herkömmlichen Debian- und erst recht von *buntu-Systemen. * [https://qstudio64.tumblr.com/ QStudio64] {en} basiert auf [https://linuxmint.com/ Linux Mint] {en} 19.1, das sich wiederum auf Ubuntu 18.04 stützt. Die Entwickler haben u.a. Paketquellen von KXStudio integriert. QStudio64 setzt standardmäßig auf ALSA als Soundsystem, JACK kann für den DAW-Betrieb aktiviert werden. * [https://librazik.tuxfamily.org/base-site-LZK/english.php LibraZiK studio] {en} basiert wie AVLinux auf Debian, dem es in Administration und Bedienung sehr ähnelt. Es bringt in großem Umfang aktuelle Software besonders für den Audiobearbeitungsbereich und für Musikerbelange mit. Auch hier lassen sich nach Installation von Zusatzpaketen Windows-VST-Plugins einbinden. LiraZiK verbraucht weniger Rechenkapazität als Ubuntu Studio und die anderen hier genannten Multimedia-Distributionen. Trotz deutscher Spracheinstellungen enthalten viele Fenster nach der Installation französische Texte; sofern man damit nicht zurechtkommt, sollte man zusätzlich das Paket '''librazik-apt-non-fr''' installieren und anschließend die englische Spracheinstellung als zweite neben der deutschen wählen: damit erscheinen Fenster, zu denen keine deutsche Übersetzung verfügbar ist, in englischer Sprache. = Links = * [ubuntu:UbuntuStudio:Ubuntu Studio] {en} - im englischsprachigen Ubuntu-Wiki * [ubuntu_doc:community/UbuntuStudio/HowTos:HowTos Ubuntu Studio] {en} * [https://help.ubuntu.com/community/UbuntuStudio/AudioHandbook?action=AttachFile&do=view&target=Ubuntu_Studio_Audio_Handbook_Peter_Reppert.pdf Ubuntu Studio Audio Handbook] {en} * [topic:ubuntustudio-einfuehrung-audio:UbuntuStudio Einführung (Audio)] - Diskussion im Forum * [:Soundsystem:] {Übersicht} Übersichtsartikel * [:Tonstudio:] {Übersicht} Übersichtsartikel * [:Videobearbeitung:] {Übersicht} Programmübersicht * [https://sourceforge.net/projects/dreamstudio/ Dream Studio] {en} - alternative inoffizielle Ubuntu-Variante zur Multimediaproduktion * [https://ubuntustudio.org/ Ubuntu-Studio-Portal] {en} # tag: Übersicht, Ubuntu, Grafik, Multimedia, Tonstudio, Audio, Video