Archiv/Trueimage

Archivierte Anleitung

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. ⚓︎ Archive entpacken

  2. ⚓︎ Ein Terminal öffnen

  3. ⚓︎ Einen Editor öffnen

  4. ⚓︎ Installation von Programmen

  5. ⚓︎ Linux-Kernel: welche Version?

Inhaltsverzeichnis
  1. Funktionen
  2. Versionen
    1. normale Version
    2. spezielle, kostenfreie, Versionen
  3. Installation unter Windows
  4. Installation unter Linux
    1. Vorrausetzung für die Installation
    2. Kompilieren des Moduls mit dkms
  5. Boot-CD anlegen
  6. True Image im GRUB-Menü integrieren
    1. bis Ubuntu 9.04
    2. ab Ubuntu 9.10
    3. ohne GRUB
  7. Benutzung und Konfiguration
  8. Kernelparameter beim booten von True Image übergeben
    1. True Image 6.0 - 8.0
    2. True Image 9.1 - 11.0
    3. Shell
  9. Acronis Secure Zone
  10. Abbild überprüfen
  11. Abbild anlegen
  12. Abbild wiederherstellen
  13. True Image unter Linux per Shell bedienen
    1. Einhängen von Abbildern
  14. Deinstallation unter Windows
  15. Deinstallation unter Linux
    1. Snapapi Modul deinstallieren
  16. Probleme
    1. mit EXT3 formatierten Partitonen
    2. mit EXT4 formatierten Partitionen
    3. beim Kompilieren des Kernelmoduls SnapAPI
  17. Links

True Image ist ein Festplatten-Image-Programm aus dem Hause Acronis 🇩🇪. Es kann komplette Abbilder (auch Images genannt) einer oder mehrerer Partitionen sichern und zurückschreiben. Das Haupt- und Installationsprogramm läuft nur unter Windows. Es besteht aber die Möglichkeit eine Boot-CD oder einen bootbaren USB-Stick anzulegen, welche die gleiche Funktionalität besitzt und zudem einen Linux-Kernel hat.

Funktionen

Versionen

normale Version

True Image ist ein kommerzielles Programm, aber die Version 7.0, welche völlig ausreichend ist, wird sehr oft im Internet bei bestimmten Aktionen oder in Computerzeitschriften als Vollversion verschenkt bzw. beigelegt. Für die meisten Anwendungen reicht diese Version völlig aus. Leider erkennt diese aber häufig besonders aktuelle Festplatten-Controller im Computer nicht und findet so die Festplatten nicht.

Neuere Versionen sind in der Regel kostenpflichtig und können auf CD sowie beim Hersteller in einer Downloadversion bezogen werden.

spezielle, kostenfreie, Versionen

Besitzer einer Festplatte der Hersteller Western Digital oder Seagate / Maxtor können auch eine kostenfreie Version herunterladen. Dabei handelt es sich um sogenannte OEM-Versionen von True Image. Bei Seagate nennt sich die Software DiscWizard, es handelt sich aber technisch um True Image. Es ist für die Benutzung lediglich wichtig, dass sich eine Festplatte dieser Hersteller im Computer befindet. Sicherungen lassen sich damit dann auch von Festplatten anderer Hersteller durchführen. Die Versionen finden sich unter:

Installation unter Windows

./ti-willkommen.png

Hier wird beschrieben, wie die Version 7.0 und 8.0 PE installiert wird und wie man sie ohne laufendes Windows von der Festplatte startet anstatt von der Boot-CD. Für andere Versionen ist der Ablauf aber nahezu identisch; auf diese wird hier aber nicht eingegangen. Für die Boot-CD muss True Image einmal in Windows installiert werden. Wenn dann die CD angelegt ist, wird die Installation in Windows nicht mehr benötigt.

Installation unter Linux

True Image ist auch für Linux erhältlich, jedoch für den Privatgebrauch etwas teuer. Als Installtionsdatei bekommt man meist eine Datei mit dem Namen "TrueImageLinuxServer.i686" Diese muss per "chmod +x" ausführbar gemacht werden und kann dann per "./TrueImageLinuxServer.i686" gestartet werden. Dabei startet dann eine grafischer Oberfläche, die durch die Installation führt.

Vorrausetzung für die Installation

Folgende Pakete sind zu über die Paketverwaltung zu installieren [4]:

Symlink von /lib/modules/$(uname -r)/build auf /linux (Kernelverzeichnis) [5]

Die meisten Probleme bei der Installation treten immer dann auf, wenn nicht die richtigen Kernelsourcen angegeben wurden, bzw. diese nicht installiert worden sind.

Möchte man das Kernelmodul (snapapi) selbst manuell kompilieren, so kann man den Installer laufen lassen, bis der Hinweiss kommt, das keine vorkompilierten Module gefunden wurden, und True Image diese nun kompilieren würde. Danach wird das Modul mit dem Tool DKMS vorbereitet und Compiliert.

Kompilieren des Moduls mit dkms

dkms build -m snapapi26 -v 0.7.XX --arch i686 --kernelsourcedir /usr/src/linux --config /boot/config-$(uname -r) 
dkms install -m snapapi26 -v 0.7.XX --arch i686 --kernelsourcedir /usr/src/linux --config /boot/config-$(uname -r) 

Die SnapAPI-Version lässt sich mit

ls /var/lib/dkms/snapapi26/ 

herausfinden.

Boot-CD anlegen

True Image im GRUB-Menü integrieren

sudo cp -R '/media/mountpunktcd/Recovery Manager' /boot/trueimage
# legt den Ordner trueimage in /boot an und kopiert den Inhalt
# des Ordners 'Recovery Manager' auf der CD nach /boot/trueimage 

Hinweis:

Für True Image Home 2010:

  • Hier ist mit den Dateien der Boot-CD kein Backup möglich (es kommt ein Demo-Hinweis)

  • Statt dessen erstellt man ein bootfähiges USB-Medium und kopiert die Dateien von dort.

  • Außerdem muss statt kernel.dat und ramdisk.dat auf dat3.dat und dat2.dat verwiesen werden.

Hinweis:

Die Anpasungen der GRUB Konfiguration unterscheiden sich ab der Version 9.10 von vorherigen Versionen da standardmäßig GRUB2 zum Einsatz kommt.

bis Ubuntu 9.04

Für True Image 7:

# Acronis True Image 7.0
####################
title           Acronis True Image
kernel          (hd0,5)/boot/trueimage/kernel.dat vga=791 ramdisk_size=32768 quiet
mbrcrcs=on
initrd          (hd0,5)/boot/trueimage/ramdisk.dat /s
(hd0,5)/boot/trueimage/mouse.com
boot

Für True Image 10 + 11:

# Acronis True Image 10/11
####################
title           Acronis True Image 10/11
root            (hd0,1)  # Bitte dem Laufwerk anpassen!
kernel          /boot/trueimage/kernel.dat vga=788 ramdisk_size=32768 quiet
mbrcrcs=on
initrd          /boot/trueimage/ramdisk.dat /s
boot

Für Acronis True Image Home 2010:

# Acronis True Image Home 2010:
####################
title           Acronis True Image 2010 Home
root            (hd0,1)  # Bitte dem Laufwerk anpassen!
kernel          /boot/trueimage/dat3.dat vga=788 ramdisk_size=32768 quiet
mbrcrcs=on
initrd          /boot/trueimage/dat2.dat /s
boot

ab Ubuntu 9.10

Für Acronis True Image Home 2010:

# Acronis True Image Home 2010:
#!/bin/sh
# exec tail -n +3 $0
# This file provides an easy solution to add Acronis TrueImage to the grub configuration

echo "Adding TrueImage entry" >&2
  cat << EOF

menuentry "Acronis True Image Home 2010" {
    set quiet=1
    set root=(hd0,5) 	# Bitte dem Laufwerk anpassen!
    gfxpayload=800x600x16
    linux /boot/trueimage/dat3.dat ramdisk_size=32768 quiet
    mbrcrcs=on
    initrd /boot/trueimage/dat2.dat /s
    boot
}

EOF

Weiterhin muss die Datei anschließend ausführbar gemacht werden um von der Updateprozedur von GRUB2 erkannt zu werden. Dies geschieht mit:

sudo chmod +x /etc/grub.d/XX_trueimage 

Mittels des Befehls:

sudo grub-mkconfig 

kann nun geprüft werden ob die eigenen Scriptdatei korrekt eingebunden wird. Die Konfiguration wird dabei noch nicht in GRUB geschrieben. Dies kann wenn alles in Ordnung ist mittels:

sudo update-grub 

erreicht werden.

ohne GRUB

Benutzung und Konfiguration

Ab jetzt kann True Image entweder über die Boot-CD gestartet werden oder über den neuen GRUB-Eintrag, was wesentlich komfortabler ist.

./ti-start.png

Kernelparameter beim booten von True Image übergeben

Beim booten des Notfallmediums kann man Kernelparameter übergeben. Diese sind hin und wieder notwendig um das Notfallmediums selbst, also den Kernel der gebootet wird an das System anzupassen.

True Image 6.0 - 8.0

True Image 9.1 - 11.0

Die Eingabebox erscheint mit dem vorgegebenen Parameter "quiet" Wird dieser gelöscht, so kann man die Bootsequenz sehen und etwaige Fehlermeldungen notieren. Um zur GUI zu kommen muss nach erfolgreichem Boovorgang "/bin/product" eingegeben werden.

Kernelparameter

Generell kann jeder Kernelparameter übergeben werden, den der Kernel 2.4 versteht. Die am meist benötigten Kernelparameter sind:

  • acpi=off noapic noapm

Oftmals stört die Funktion acpi,apic und apm das Booten des Linuxkerns. Da diese Funktionen nicht zwingend zum Wiederherstellen benötigt werden, können diese im Bedarfsfall ausgeschalten werden.

  • quiet = Unterdrückt Bootmeldungen

  • nousb = USB ausschalten

  • nousb2= Fallback auf USB1.1

  • nofw = Firewire deaktivieren

  • nopcmcia = PCMCIA Deaktivieren

  • noraid = Raidunterstützung deaktivieren

  • noapm = Advanced Powermanagement ausschalten

  • noapic = Advanced Programmable Interrupt Controller ausschalten

  • acpi=off = Advanced Configuration and Power Interface ausschalten

  • pci=nomsi

  • vga=xx (xx=791 für 640x480; xx=788 für 1024x768)

Shell

Der Bootvorgang selbst endet in einer Shell und dort kann man wiederum folgende Befehle ausführen:

Einige Befehle eigenen sich um die Netzwerkkonnektivität zu prüfen bzw, können Samba oder NFS Freigaben eingehangen werden.

Beipiele

NFS Laufwerk einhängen

mount -t nfs ip:/share_name mount_point -o nolock,soft,tcp 

Smaba Log anzeigen lassen

cat /tmp/asamba.log 

einen Rechner anpingen

ping IP 

Systeminformationen abfragen

sysinfo 

Acronis Secure Zone

Mit Feisty angelegte ext3-Partitionen werden als fehlerhaft in True Image 7.0 angezeigt, eine Sicherung ist dennoch möglich. Nur muss beachtet werden, dass diese wesentlich mehr Speicherplatz für die Sicherung der Abbilder benötigt. Die Acronis Secure Zone ist eine Fat16 Partition, die lediglich als Unknown Markiert ist um so nicht innerhalb Windows sichtbar zu sein. Linuxsysteme sehen diese Partition jedoch.

./ti-securezone.png

./ti-ueberpruefen.png

Abbild überprüfen

Abbild anlegen

./ti-abbild.png

./ti-abbild-wh.png

Abbild wiederherstellen

Achtung!

Während der Ausführung solch kritischer Aktionen sollte die Stromversorgung des Computers sichergestellt sein (z.B. Laptop ans Netz), da sonst Gefahr besteht die Partitionstabelle zu zerstören!

True Image unter Linux per Shell bedienen

Wiki/Icons/terminal.png Der True Image Server für Linux kann auch im Terminal bedient werden [2]. Daher muss nicht zwingend ein grafisches Frontend verwendet werden und der Betrieb ist auch auf Systemen ohne grafischer Oberfläche möglich.

Der Aufruf erfolgt mit dem Befehl trueimagecmd der durch Parameter ergänzt wird. Einige Funktionen, die mit diesen Parametern oder ihrer Kombination abgedeckt werden, sind in folgender Tabelle erläutert.

Typische Parameter-Folgen Funktion
--list Listen der vorhandenen Partitionen
--partition:1-1 --filename:ubuntutest.tib --create Erstellen eines Vollbackups einer Partition
--partition:1-1 --filename:ubuntutest.tib --create --incremental Erstellen eines Inkrements
--partition:1-1 --filename:ubuntutest.tib --restore Zurückschreiben einer Partition
--partition:1-1 --filename:smb://USER:PASSWORD@192.168.1.2/backup/ABBILDNAME.tib --create Sichern eines Abbildes auf eine Samba-Freigabe
--partition:1-1 --filename:smb:'MASCHINE\USER':Passwort@Maschine/Verzeichnis/ubuntutest.tib Sichern eines Abbildes auf ein Windows-Freigabe mit aktivem DC
--partition:1-1 --filename:backup.tib --size:700 --create Erstellen eines Abbilder und Splitten der Abbilder
--partition:1-1 --target_partition:3-2 --filename:ubuntutest.tib --restore --progress:on Rücksichern einer Partition auf eine andere Platte oder Partition
--filebackup --incremental --filename:ubuntu_homedir.tib --include:/home/ Sichern von Verzeichnissen
--filerestore --filename:/home/Meinbackup.tib Dateien zurückschreiben
--filerestore --filename:/home/Meinbackup.tib --target_folder:/tmp Dateien an einen anderen Ort zurückschreiben
--archive_content --filename:/home/Meinbackup.tib Listen des Inhaltes eines Dateibackup

Einhängen von Abbildern

Anzeigen aller gemounteter Abbilder

trueimagemnt --list 

Anzeigen der gesicherten Partitionen im Abbild;

trueimagecmd --list --filename:backup.tib 

Deinstallation unter Windows

⚓︎

Deinstallation unter Linux

Im Terminal [2] mit folgendem Befehl:

/usr/lib/Acronis/TrueImageServer/uninstall/uninstall 

Snapapi Modul deinstallieren

Im Terminal [2] mit folgendem Befehl:

dkms remove -m snapapi26 -v 0.7.XX --all 

Probleme

mit EXT3 formatierten Partitonen

True Image (< Version 2009) kann Partitionen nur richtig sichern und zurückschreiben, wenn die Inode-Größe 128 Byte beträgt. Ab 8.04 (Hardy Heron) ist aber aufgrund von immer größeren Festplatten eine Inode-Größe von 256 Byte Standard, die zudem zu einem Perfomancegewinn führen soll. In der Regel wird das Wurzelverzeichnis mit einer Inode-Größe von 128 Byte formatiert, aber eine weitere Partition mit 256 Byte. Wie die Partition formatiert ist, lässt sich mit folgendem Befehl im Terminal [2] herausfinden:

sudo dumpe2fs -h /dev/sdXX 

Formatieren lässt sie sich mit dem Befehl:

sudo mkfs.ext3 -I 128 /dev/sdXX 

Werden die Daten wieder aufgespielt, sollte nun ein Backup mit Acronis wieder funktionieren. Die neue UUID muss nun noch in die fstab eingetragen werden. Als Alternativprogramme sind hier Clonezilla und die SystemrescueCD mit partimage zu erwähnen.

mit EXT4 formatierten Partitionen

True Image unterstützt bisher keine EXT4 Partitionen. Daher können solche Partitionen nur sektorweise gesichert werden. Das dauert aber sehr lange und das Abbild der Partition ist genauso groß wie die Partition. Hier sollte man daher auf die freie Alternative Clonezilla 🇬🇧 ausweichen.

Laut dieses Knowledge Base Artikels 🇬🇧 von Acronis wird True Image Home 2011 EXT4 Unterstützung bieten.

beim Kompilieren des Kernelmoduls SnapAPI

In diesem Forum 🇬🇧 findet man einige gute Tipps zum Anpassen des Quelltextes.